Socioeconomic Issues

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Science 4.0 - Networking!
 

Digital Art, Kunstdrucke in verschiedener Größe auf unterschiedliche Bildträger, 2021 

Diese Arbeit wurde für die Virtuelle Ausstellung "WISSEN & SCHAFFEN" erstellt.
 

Kunstwerke werden fast immer von einem Künstler allein geschaffen, arbeitsteiliges Vorgehen ist eine seltene Ausnahme. Auch in der Wissenschaft waren es über Jahrhunderte hinweg Einzelpersonen, denen entscheidende Fortschritte gelangen. Viele wissenschaftliche Publikationen hatten einen einzigen Autor.
 

"Industrie 4.0" ist ein Konzept, bei dessen Realisierung alle Elemente eines Produkterstellungssystems (Menschen, Maschinen, Werkstücke) automatisch miteinander kommunizieren können. Wegen der mit dem Label "4.0" ver­bundenen Aufmerksamkeitswirkung wurde es in der Folge mit zahlreichen anderen Begriffen dann in Verbindung gebracht, wenn "etwas Neues" behauptet wurde. Nur selten wurden dabei Vorstufen (wie 2.0, 3.0 oder 3.1) definiert und auf die Vernetzungseigenschaft rekurriert.
 

Heute wird Wissenschaftlern empfohlen, sie sollten sich zur Förderung ihrer Forschungsaktivitäten (und ihrer Karrieren) großflächig vernetzen. Kaffeepausen auf Tagungen wurden als "Gelegenheit zum Networking" angekündigt. Förderungsinstitutionen fordern in Projektanträgen die Mitwirkung mehrerer Forschungs­einrichtungen; in den europäischen "Horizon-Programmen" müssen diese aus mindestens 3 verschiede­nen Staaten stammen.
 

Mit derartigen Projekten ist ein extrem hoher Koordinationsaufwand verbunden. Das "Brooks‘sche Gesetz" lässt vermuten, dass dieser den Projekterfolg verzögern oder vereiteln kann. Möglicherweise tragen die einzelnen Einrichtungen sehr ungleich zum Projekterfolg bei („Trittbrettfahrereffekt“).
 

In manchen Disziplinen hat die Koautorenschaft groteske Ausmaße angenommen. In solchen Fällen ist es unklar, wie relevant der Beitrag der einzelnen Koautoren zur Veröffentlichung ist.

 

Die Forderung nach einer extrem starken Vernetzung, die in meinem Bild dargestellt ist, scheint aus Gründen der Forschungsfreiheit, der Innovationsfähigkeit und des damit verbundenen Bürokratismus fragwürdig.

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Ikonoklasmus gegen dankbare Bürger?

60x45 cm, Mischtechnik auf Pigmenttintendruck, der auf einem digital verfremdeten Foto basiert, auf Leinwand, 2021

Das Bild wurde für die virtuelle Ausstellung "Meinung & Urteil" erstellt.

Meinungen sind flatterhaft, wehen im Winde wie nepalesische Fähnchen an einem exponierten Berggipfel. Der Wind trägt sie auf den unsozialen Medien nach nah und fern. Vielen Dank, ihr InfluencerInnen und Message ControllerInnen, dass und wie ihr unsere Meinungsbildung unterstützt!

 

Irgendwann verdichten sich Meinungen zu einem Urteil. Doch sind Urteile dauerhaft? Wenn neue Informationen, neue Indizien hinzukommen? Wenn sich Wertordnungen, Haltungen oder Gewichtungen verändern?

Denkmäler sind Urteile: Eine Gruppe von Menschen hat sich herausgenommen oder war autorisiert, eine Person zu beURTEILen und diese zu ehren. So trägt das als Grundlage für mein Bild verwendete Denkmal die Inschrift "Errichtet von dankbaren Bürgern".

Im Rückblick auf frühere Zeiten sehen Nachkömmlinge Handlungen des Geehrten aus anderer Perspektive. Sie wissen ex post manches besser - oder glauben, es besser zu wissen.

Was wird aus dem Denkmal? Wird es zum Mahnmal? Besprayt? Mit Zusatztafeln versehen? Geschichtsunterricht mit der Spitzharke? Wer wird das letzte, das allerletzte Urteil fällen? Das Jüngste Gericht?

Übermalungen müssen nicht immer schwarz sein. Das Leben ist nicht schwarz/weiß.

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Quotenregelung für Steinfrauen?

40x30 cm, Mischtechnik, 2021

Jenseits der Baumgrenze weisen statt oft an Bäumen angebrachte Markierungen häufig Steinmännchen den Weg.

Nun zeigen in vielen Partnerschaften und Familien ja immer häufiger Frauen, wo es lang geht. Angesichts dieser gesellschaftlichen Veränderungen ist es höchste Zeit für die Wegewartinnen und Wegewarte, an entscheidenden Verzweigungen den Weiterweg durch Steinfrauen statt durch Steinmännchen zu markieren.

Wie aus der Buntheit der Kleidung zu sehen ist, stellt das vorliegende Bild eine Steinfrau dar. Da sich das Erstellen farbenprächtiger Steinfrauen angesichts des Problems, ausreichend viele farbige Steine zu finden, schwierig gestaltet, wird derzeit noch auf eine Quotenregelung verzichtet.

In einer Broschüre der „Patenschaft Berggemeinden“ wird ein ähnlich buntes Objekt am Passo Grandinagia (Tessin) irrtümlicherweise als „Steinmann“ bezeichnet. Die Broschüre stammt aber aus dem Jahr 2009 …

Der Aufstieg ist unterschiedlich schwier

Der Aufstieg ist unterschiedlich schwierig

70x100 cm, Mischtechnik, 2020

Manche Berge bieten unterschiedliche Aufstiegsvarianten – ihr Gipfel ist vom leichten Wanderweg bis zu schwierigen Felswänden erreichbar.

 

Was in den Bergen gilt, gilt ähnlich auch für den sozialen Aufstieg, den viele Menschen als Ziel sehen. Gold und Silber werden als Symbole für Wohlstand und Wohlergehen angestrebt.

 

  Gold und Silber lieb' ich sehr,

  Kann's auch sehr gebrauchen,

  Hätt' ich nur ein ganzes Meer,

  Mich hinein zu tauchen;

  'S braucht nicht grad geprägt zu sein,

  Hab's auch so ganz gerne …

 

Doch ein Aufstieg in wirtschaftliche und soziale Höhen der Gesellschaft ist je nach Ausgangsbasis unterschiedlich schwierig. Ist man auf der unteren Seite des Bildes geboren, so helfen Vernetzungen und Aufstiegshilfen stehen bereit. Oben angelangt werden die Vernetzungen unter wenig transparenten Silber-Bubbles weiter gepflegt.

 

Von den anderen Positionen aus ist der Zugang erheblich schwieriger und mühsamer. Den Aufstieg fördernde Vernetzungen und Aufstiegshilfen stehen nicht zur Verfügung.

Stormy Times

Feuersturm
70x70 cm, Mischtechnik, 2020

 

Als Gerhard Knolmayer das Bild im Frühsommer 2020 fertigstellte, wollte er die Situation und den zuvor gewählten Titel "Stormy Times" abstrakt als Allegorie für die derzeit ziemlich unsicheren Lebensumstände verstanden wissen. Doch als er das Bild einige Monate später wieder betrachtete, erschrak er: In der Zwischenzeit hatte die Explosions-tragödie im Beiruter Hafen schreckliche Folgen für die Menschen im Libanon und für die Gebäude der Stadt Beirut gebracht.
Aus der allegorischen Darstellung war brutale Realität geworden! 

Eine Vision, von der Wirklichkeit eingeholt? 
Darf man solche gedankliche Verbindungen herstellen?

Gerhard Knolmayer hat lange gezögert, diese Interpretation nun aber doch formuliert. In Wehmut über das tragische Geschehen und das Leid und als Warnung für zukünftiges Handeln.

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Out of Focus
80x80 cm, Mischtechnik, 2019; in Privatsammlung

Zuweilen fokussieren unsere Automatik-Kameras nicht auf jenes Objekt, das wir gerne fotografisch festhalten möchten. Die Fokussierung auf die Schachtelhalme bewirkt, dass die Farbenpracht der Herbstblumen kaum wahrgenommen wird.

Aber auch wir selbst fokussieren nicht immer auf die für uns wesentlichen Dinge, lassen uns heutzutage insbesondere von den digitalen Verführern gerne und lange ablenken.

Und die Gesellschaft insgesamt: Fokussiert sie auf die wesentlichen Entwicklungen? Nehmen die Biedermänner die Brandstifter wahr oder lassen sie sich von populistischen Sagern und Parolen ablenken?

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Dunkle Wolken trüben die Aussichten
 

40x60 cm, Mischtechnik, 2020

Ein billiger Kalauer sagt ja: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen". Zu den zahlreichen Unwägbarkeiten menschlichen Lebens ist im Jahr 2020 die Corona-Pandemie hinzugekommen, die gesundheitliche, aber auch wirtschaftliche und soziale Prognosen überaus schwierig machen.

Dieses Bild zeigt Menschen, die die Aussicht von einer unserem modernen Lebensstil geschuldeten und die Landschaft sicher nicht verschönernden Aussichtsplattform genießen wollen. Entgegen ihren Erwartungen wird die erhoffte Aussicht von dunklen, Unheil signalisierenden Wolken gestört.