Um die Klimakrise sollen sich erst mal andere kümmern

40x40 cm, Mischtechnik auf Plexiglas, 2020

Der Blaue Planet errötet

Aus der Reihe Serendipity

Der Globus deutet die Konturen Nord- und Südamerikas an. Auf gut auflösenden Bildschirmen lassen sich der Norden Kanadas und Patagonien vermuten.

Über den Landmassen wird die Erderwärmung unmittelbarer sichtbar als über den Ozeanen. Dies wurde bei der Beeinflussung der malerischen "Zufälle" berücksichtigt.

 

Rush Hour - Zu ebener Erde und im ersten Stock

Zu ebener Erde und erster Stock ist ein 1835 entstandenes Schauspiel von Johann Nestroy, das als „Lokalposse“ bezeichnet wird.

Die mobilitätsgetriebenen Rush Hours erscheinen vielen jedoch nicht als Posse und die Auswirkungen sind global, nicht bloß lokal.

60x30 cm, Mischtechnik, 2019

 

30x40x5 cm, Collage, Öl, 2017 

There's no Business like
e-Business!

Das Internet hat zu einem großen Aufschwung des Versandhandels geführt ("e-Business"). Die Ökobilanz des e-Business ist umstritten. Jedenfalls ist die Verpackung der gelieferten Gegenstände erheblich aufwändiger als beim traditionellen Einkauf. Platzsparende Verpackung, also hohe Füllgrade der Verpackung, sind selten und Leerräume werden mit vielfältigem Füllmaterial aufgefüllt, das der Kunde entsorgen muss.

Die Auswirkungen auf Transportvolumina und die Abfallwirtschaft belasten also unsere Umwelt und das Klima. Die Collage zeigt den Stau von Lastkraftwagen auf der Autobahn und das sich ins Land ergießende Füllmaterial der Verpackungen.

 

50x50 cm, Acryl, 2019 

Es wird eng in der
Straße von Hormus

Nicht nur auf innerstädtischen Straßen oder auf Autobahnen kann es eng werden. Durch die Straße von Hormus, eine nur rund 55 km breite Meerenge zwischen dem Iran und der Enklave Musandam des Omans, werden erhebliche Teile der weltweiten Erdölförderung transportiert. 


Immer wieder kommt es zu Drohungen, dass die Straße gesperrt werden könnte, zur Beschlagnahme von Tankern und zur Entsendung von Kriegsschiffen in diese Region. Dadurch wird die geographisch ohnedies sehr enge Meeresstraße politisch und ökonomisch als noch enger wahrgenommen.

Im August 2019 wurde berichtet, die von den USA "geführte" Militäroperation Sentinel zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sei voll im Gang.
 

 

"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein,
alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen" 


sang Reinhard Mey 1974.

Da, wo Du nicht bist,
ist das Glück

Die Schlusszeile Franz Schuberts Lied "Der Wanderer" thematisiert die seit jeher bestehenden Mobilitätswünsche der Menschen.

 

Die technischen Veränderungen des 20. und 21. Jahrhunderts haben diese Wünsche für viele realisierbar gemacht. 

Doch es gibt zahlreiche Hinweise, dass die Preise, die wir als Konsumenten für Mobilität bezahlen, deutlich geringer sind als die damit aus globaler Perspektive verbundenen Kosten.

Die beim Flugverkehr anfallenden Kondensstreifen sind eine Metapher für die aus überbordendem Flugverkehr resultierenden Probleme.

 

Yes, we fly !

50x40 cm, Mischtechnik, 2018

Bei schönem Wetter zeigen viele Kondensstreifen die große Zahl der Luftbewegungen (täglich allein über Europa und Amerika rund 40.000) an.

 

Die Zusammensetzung der Kondensstreifen scheint wissenschaftlich noch nicht exakt bestimmt zu sein. Ein Beitrag in der NZZ vermutet, dass Kondensstreifen noch klimaschädlicher seien als der CO2-Ausstoß; dies gelte insbesondere für langlebige Kondensstreifen, die so genannte Zirren, also Eiswolken, bilden. Weitgehend unstrittig ist, dass der Flugverkehr einen relevanten Beitrag zum Klimakrise leistet.

 

Interessenskonflikte zwischen Ökonomie und Ökologie wurden u.a. in den Genehmigungsverfahren zum Bau einer dritten Piste in Wien-Schwechat sichtbar. 2019 haben die Höchstgerichte entschieden: Die dritte Piste darf gebaut werden! Obwohl London-Heathrow bei einem Flugaufkommen, das etwa 3 mal höher liegt als jenes von Wien-Schwechat, mit 2 Pisten auskommt.

 

Ein innovatives Beschneiungskonzept

Zermatt 2048: Die Beschneiung der Skipisten hat sich im Alpenraum bereits Ende des 20. Jhdts. weitgehend durchgesetzt. Doch die in immer größerer Zahl anreisenden asiatischen Touristen wollen vor allem das Matterhorn so sehen, wie sie es von vielen Abbildungen kennen: vergletschert und verschneit!

 

Aus diesem Grund haben sich die Touristiker entschlossen, eine innovative Beschneiungsanlage für das Matterhorn zu installieren. Um keinen Konflikt zwischen den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der knappen Wasser- und Energie-Ressourcen entstehen zu lassen, wurde vorab geregelt: Zuerst werden die Pisten beschneit, dann erst das Matterhorn.

 

Das Bild thematisiert die Folgen der Klimakrise und die touristische Übernutzung des alpinen Raums.

50x50 cm, Mischtechnik, 2019

Overtourism

70x50 cm, Mischtechnik, 2020

Touristische Hotspots gib es viele: Venedig, Wien, Hallstatt - you name it. Aber auch die Skisportzentren in den Alpen oder die begehrten Routen im Himalaya gehören dazu.

Der bekannte Bergsteiger Nirmal Purja hat am 22. Mai 2019 den Gipfel des Mount Everest erreicht und schätzt, dass sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 300 Menschen in Gipfelnähe aufgehalten haben. An den Schlüsselstellen bilden sich Staus, die den Aufenthalt in der "Todeszone" bedeutend verlängern.

 

 

Skimarathon in der Antarktis

70x100 cm, Öl, 2020

Das Red-Bull-Magazin schreibt zu einem dem Bild zugrunde liegenden Foto: 
 

"Ab in den Süden!


Start zum definitiv kältesten Marathon der Welt: 250 Kilometer durchs ewige Eis der Antarktis."
 

Was kann es Schöneres geben, als in einem der am Weitesten abgelegenen und schutzbedürftigsten Gebiete der Welt Sport zu betreiben?
 

Für Red Bull ist aber weniger die sportliche Leistung als die Anreise bemerkenswert: "Um überhaupt hierher zu kommen, müssen die Teilnehmer vorher drei Tage mit dem Schiff durch die für seine gnadenlose Stürme und den hohen Wellengang bekannte Drake-Passage südlich von Patagonien."

 
 
 

Am Ende eines heißen, trockenen Sommers 

Die letzten Sommer haben immer wieder rekordnahe Messwerte gebracht: extrem hohe Temperaturen verbunden mit extrem wenig Niederschlägen. Die weltweite Temperaturentwicklung wird eindrücklich (in Farben und damit für MalerInnen besonders ansprechend) hier visualisiert.

Das Bild wurde von den Kuratoren des Kunstraums der Wiener Ringstrassengalerien im Frühjahr 2019 für die Ausstellung "Erdverbunden und -geschunden" ausgewählt.

30x40 cm, Öl, 2018

 

Schon 1988 schrieb Christoph Ransmayr in seinem viel beachteten Roman "Die letzte Welt":

"Das Jahr wurde trocken und heiß wie keines zuvor ... Wochenlang blieb der Himmel ... wolkenlos. Die Luft wurde glasig. Der Horizont begann zu flimmern, zerfloß. In der Windstille verebbte die Brandung; das Tosen blieb - es war der Lärm blaßgrüner Wildbäche, die, vom Schmelzwasser aus den Gletscherregionen des Küstengebirges im Überfluß genährt, durch Hohlwege und Klammen herabstürzten ...".

40x50 cm, Mischtechnik, 2017 / 2019

Isfahan, wo der "ewige Fluss" nicht mehr fließt

Isfahan verfügt über viele sehr eindrucksvolle Bauwerke. Zu ihnen zählen auch die Brücken über den Fluss Zayandeh Rud, der früher auch als der "Ewige Fluss" bezeichnet wurde.

Von den 11 Brücken, die in Isfahan über den Fluss führen, gehört die 1632 fertiggestellte Si-o-Se-Pol-Brücke zu den sehenswertesten.

Durch die Klimaveränderung und große Wasserprojekte ist das riesige Flussbett heute ausgetrocknet. 

Das Bild wurde von den Kuratoren des Kunstraums der Wiener Ringstrassengalerien für die Ausstellung "Erdverbunden und 

-geschunden" ausgewählt. 

 

Sag mir, wo die Gletscher sind,
wo sind sie geblieben?

 

Sag mir, wo die Gletscher sind,
was ist geschehen?

 

Wann wird man je verstehen,
wann wird man je verstehen?

30x40 cm, Mischtechnik, 2017

Der Großglockner und die

Reste der Pasterze

Am Fuße des höchsten Bergs Österreichs befand sich noch vor wenigen Jahrzehnten ein mächtiger, eindrucksvoller Gletscher - die Pasterze.

 

1832 stellte der berühmte Landschaftsmaler Thomas Ender den "Großglockner mit der Pasterze" dar. Das Bild zeigt einen mächtigen Gletscher unterhalb des Großglockners. Heute ist von der Pasterze wenig übrig geblieben. Bald wird sie verschwunden sein.

 

Die Jungfrau, zweifach gefesselt, rostet vor sich hin

Die Schweizerische Alpeninitiative veröffentlichte in "Echo" vom 22. April 2020 einen Beitrag, der mit "In den Alpen schmilzt auch das unsichtbare Eis" überschrieben ist und auf die Gefahren des auch in den Alpen schmelzenden Permafrosts hinweist.

Veranschaulicht wird dies durch ein Foto der Jungfrau, deren Flanke in der Nähe des "Top of Europe", dem Jungfraujoch, nicht zuletzt aus touristischen Gründen mit Netzen gesichert werden musste.

Angeregt durch das Foto ist dieses Bild entstanden, in dem eine zweifache Sicherung dieser Flanke durch rostende Metallnetze unterstellt wird.

40x50 cm, Collage, 2020; in Privatsammlung

 

50x70 cm, Mischtechnik, 2016; in Privatsammlung

Eiger, Mönch und Jungfrau -
entgletschert

2001 wurde die Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn von der UNESCO als erstes Naturerbe des Alpenraums anerkannt. 2019 haben die Schweizer in einer Aktion der Internationalen Astronomischen Union einen Stern als Mönch und einen Exoplaneten als Eiger benannt. Beides zeigt den hohen Stellenwert, den dieser Gebirgszug in der Schweiz genießt.

Eiger, Mönch und Jungfrau bilden das weltbekannte  Dreigestirn der Berner Alpen. Ihre Gipfel sind etwas höher als jener des Großglockners. Doch in nicht allzu ferner Zukunft werden die Gletscher auch dort verschwunden sein. Dies wird nicht nur eine optische Beeinträchtigung mit sich bringen.

 

Prisma, 28x60x15 cm, Öl, 2017; in Privatsammlung

Der Kilimanjaro -
gestern und morgen

Dass sich der Gipfelbereich des Kilimanjaros durch den Klimawandel und durch Abholzungen stark verändert, ist aus Luftaufnahmen deutlich erkennbar. Optisch gewinnt der höchste Berg Afrikas dadurch nicht an Attraktivität. Andere Auswirkungen werden für die Anwohner aber bedeutungsvoller sein.

 

Hier veranschauliche ich die Veränderungen an einem dreiseitigen Prisma. Ein ideales Objekt für jene, die an den Wänden keinen Platz mehr zum Hängen haben. 

 
40x50, Mischtechnik, 2017

Nur kleine Risse
in der Antarktis

 

Nur ein kleiner Riss in der Antarktis,
aber ein großer Sprung für die Menschheit.

Der Klimawandel zeigt sich nicht nur in fast unerträglichen Sommertemperaturen hierzulande, sondern auch in dramatischen Veränderungen weit entfernt in der Antarktis, wo das Schelfeis zerbricht und riesige Eisberge (mit eher nüchternen Namen wie A68) entstehen.

 

Resignierend schmelzen die Eisriesen dahin

Die Eisriesen in den arktischen Regionen verfolgen die vielen Klimakonferenzen, die Absichtserklärungen und die tatsächliche 

Entwicklung - und resignieren.

30x40x5 cm, Collage, Öl, 2017
 

Auch in Sibirien schmilzt 
der Permafrost

Auch im vergleichsweise kalten Sibirien steigen die Temperaturen und der Permafrost schmilzt wie in den Alpen. Dabei werden im Erdreich gebundenes Kohlenstoffdioxid und Methan freigesetzt, was die Erderwärmung zusätzlich fördert.

60x80 cm, Mischtechnik, 2017

Teilweise noch von Eis bedeckte
Vulkankrater 

Subglaziale Vulkane können völlig unsichtbar sein, was man durch bläulich-weiße Quadrate relativ einfach bildnerisch darstellen kann. Es gibt aber auch Vulkane, die in der Eiszeit durch Gletscher vollständig überdeckt waren und nun sichtbar sind.

Und am spannendsten sind ja auch in der Geologie Übergangsprozesse: Legt die Erderwärmung zuvor mit Gletschern überdeckte Krater frei?

50 x 50 cm, Mischtechnik, 2020
 
 

Oh, What a Colorful Forest!

Der Winter auf der Nordhalbkugel wird von Meldungen über zahlreiche verheerende Brände auf der Südhalbkugel begleitet.

2006 ereignete sich ein heftiger Waldbrand auf der kanarischen Insel El Hierro, dessen Folgen auch heute noch gut wahrnehmbar sind. Etliche kanarische Kiefern haben den Brand trotz schweren Verletzungen an den Rinden überlebt.

Doch nicht alle Bäume in Brasilien und Australien sind so widerstandsfähig wie die kanarische Kiefer.

60x40 cm, Mischtechnik, 2020; in Privatsammlung
 
©2019, 2020  
Dusty Art Studio & Gallery,
Schubertgasse 14, A 1090 Wien

dusty.art@gmx.at