Köpferl im Sand -
Eine Hommage an Arik Brauer

 

 

Die Berufsvereinigung (BV) bildender Künstler organisiert die Ausstellung "Köpferl im Sand", die auf den Titel des gleichnamigen Liedes von Arik Brauer Bezug nimmt.
18 Mitglieder der BV stellen Arbeiten aus, die mit sehr unterschiedlichen Darstellungsmitteln und -techniken zu Themen Stellung beziehen, vor denen manche ihren Kopf in den Sand stecken.


Ort: Otto-Mauer-Zentrum, A 1090 Wien, Währinger Straße 2-4
Vernissage: 28. Oktober 2022, 18 Uhr

Zur Eröffnung spricht u.a. die älteste Tochter Arik Brauers, die Sängerin Timna Brauer.

Die Ausstellung ist vom 31.Oktober 2022 bis 2. Februar 2023 zu besichtigen. Aus organisatorischen Gründen bittet das Otto-Mauer-Zentrum um telefonische Vereinbarung eines Besuchstermins unter +43 664 8859 3864.

Auf dieser Seite zeigen wir einige Werke, die in der Ausstellung zu sehen sind, und andere, die ebenfalls große Nähe zum Ausstellungstitel dadurch aufweisen, dass in den Werkbezeichnungen unangenehme Tatsachen verniedlicht oder schöngeredet werden. In dem Sinn versteht sich diese Seite als virtuelle Ergänzung der physischen Ausstellung, als Add-On, das die räumliche Beschränktheit traditioneller Ausstellungen in den fast grenzenlosen digitalen Raum erweitert. 

Wie für Arik Brauer stellen auch für Gerhard Knolmayer Bildtexte eine wesentliche Ergänzung von Bildwerken dar. Texte zu seinen Bildern können auch durch Anklicken des jeweiligen Bildtitels aufgerufen werden.

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(c) Christine A Eichinger:
I siach nix, hear nix

Den Titel und den Refrain des Liedes von Arik Brauer referenzieren mehrere Ausstellungsobjekte.

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Mit Verlusten verschiedener Art dadurch, dass wir unsere Köpferln in den Sand stecken, beschäftigen sich mehrere Arbeiten.

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Das Bild thematisiert den Anstieg der Meere und die damit verbundene Überflutungsgefahr niedrig gelegener Landmassen an Hand sich in den Fluten verlierenden Sands.

Die Aufrechterhaltung der Biodiversität ist angesichts des Artensterbens manchen ein großes Anliegen. 

Dürfen wir uns hier an Blüten vielfältiger Pflanzen erfreuen?

Sehen wir in eine Korallenvielfalt an einem ins Blauwasser abfallenden Riff?

Realisten sehen einen Ausschnitt aus dem Great Garbage Patch, in dem sich buntes Mikroplastik zusammenfindet. 

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Auch vor den Auswirkungen touristischen Verhaltens stecken wir unsere Köpfe gerne in den Sand.

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(c) Gerhard Knolmayer:
Gemma schaun, gemma schaun, ob die Gletscherwand no da is!

Titel frei nach einem Lied von Helmut Qualtinger und André Heller.

Der mobile Mensch muss alles selbst "entdecken", damit er von seinen touristischen Erlebnissen berichten und seine Handy-Fotos posten kann.

Auch wenn die mit Begeisterung besichtigte Gletscherwand darunter leidet.

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Elend, Gewalt und Krieg sind Sachverhalte, vor deren detaillierter Wahrnehmung wir unsere Köpferln lieber in den Sand stecken.

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(c) Parizad Farzaneh: Ohne Titel

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In der Tat haben wir vieles, was im Osten Europas zuletzt geschehen ist, nicht erwartet. Allerdings gehört viel Realitätsverweigerung dazu, im Bild einen Sonnenuntergang wahrzunehmen. Ein solches Köpferl steckt ganz tief im Sand.

Ob wir uns vor Corona verstecken oder das Virus ignorieren sollen, war und ist ein Dauerthema der letzten Jahre.

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(c) Yoly Maurer: Gefallene Masken  

Haben sich die dargestellten Personen wirklich nicht verändert?

Ist es eine Small-Talk-Formulierung, die beruhigen soll?

Das Bild ist 2020 entstanden. Zu diesem Zeitpunkt nahm man noch an, dass es eine Zeit "nach Corona" geben werde ...

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Angesichts der zuletzt zusätzlich entstandenen Krisen stecken viele vor der Klimakrise ihr Köpferl in den Sand. 

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(c) Gerhard Knolmayer:
Schon die Wikinger nannten es "Greenland"!

So what, Klimaveränderungen hat es immer gegeben.
Wegen des angeblichen Klimawandels werden wir uns doch nicht kasteien!

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(c) Gerhard Knolmayer: Freiheit für die Nordpassagen!

Freiheitsbewegungen werden kaum kritisch betrachtet, auch dann nicht, wenn es um Eisfreiheit geht. 

 

Die immer länger eisfrei werdenden Nordost- und Nordwestpassagen haben die Fantasie von Logistikern und Touristikern stark beflügelt.

Durch die Entwicklungen des Jahres 2022 hat die Nordostpassage allerdings wohl an ökonomischem Potenzial verloren.

Und auch das Land, Flüsse und Meere belastende Mikroplastik macht kaum mehr Schlagzeilen.

Oh What a Colorful Architecture

(c) Gerhard Knolmayer: Oh, What a Colorful Architecture!

Welche Architektur wird hier bewundert? 
Sozialer Wohnungsbau mit farbiger Differenzierung, um eine bestimmte Wohneinheit leichter auffinden zu können?
Ein Containerhafen oder -schiff?
Oder aber gepresstes Plastik, das für den Transport in fremde Gegenden vorgesehen ist? 

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(c) Gerhard Knolmayer: Tansania: Coca-Cola schafft Arbeitsplätze!

In Tansania ist Coca-Cola sehr beliebt. Bis 2013 wurde das Getränk in Glasflaschen abgefüllt. Entgegen den aktuellen Forderungen wurde danach zur Abfüllung in Plastikflaschen übergegangen.

Der Mann trägt einen schweren Sack mit geleerten Plastikflaschen eine Stiege hinauf; rechts im Bild ein Berg von Plastikflaschen, auf dessen Gipfelbereich er den Inhalt seines Sackes leeren wird.